Tag 7 (Harlem)

Heute geht es nach Harlem. Wir wollen seine Seele ein wenig kennen lernen.
Wir gehen also von Hamilton Heights zur 125 th Straße, wo wir auf das Apollo Theater stoßen. Das Apollo hat eine lange Tradition und heute dient es als Plattform für neue Darsteller und Sänger. Auf der Lenox Avenue kommen wir schließlich zu Sylvias Soul Food Restaurant. Hier ist sonntags immer Brunch mit Live Music. Da hier erst um 11 Uhr geöffnet wird, gehen wir etwas weiter und kommen auf der Straßenecke an die Harlem Baptist Church. Hier beginnt gerade der Gottesdienst. Wir gehen rein und werden an einen Platz geführt, als würden wir dazu gehören. Ich habe so etwas noch nie Live gesehen. Das muss man einfach erfahren haben.
Das hat nichts mit unseren Messen gemein. Diese Intensität und der Gospel sind schon sehr beeindruckend. Ich hab mir die Suche nach der Seele Harlems deutlich schwieriger vorgestellt.
Dass wir quasi direkt über sie fallen, hätte ich nicht gedacht.
Die Messe dauert an und die Zeit läuft uns davon. Wenn wir zu spät zu Sylvias gehen, bekommen wir keinen Platz mehr. Wir wechseln also den Standort und starten unseren Brunch. Wir bestellen Soul Food … Louisiana Spare Ribs mit Collard Green, Reis und Nudeln, sowie für mich ein Bier zum Frühstück. Lecker … Heidi ist aber weniger begeistert. Nach einer Weile startet dann auch die Musik. Soul und Gospel. Alle sind happy … auch die Touris. (Wir auch :))
Es ist Mittag, wir sind satt und gehen erst mal die 125 th Richtung East River. Mitten durch Harlem. Im Dunkeln sollte man hier wohl besser wegbleiben.
Um nicht vom Thema abzuweichen, fahren wir noch mal mit der Linie 7 Richtung Queens.
Was hat das jetzt mit Harlem zu tun? Viel … wir möchten das Louis Armstrong Museum besuchen. Dies befindet sich in dem Haus, in dem Louis die letzten Jahrzehnte bis zu seinem Tod gelebt hat. Bei der Führung erfahren wir viel über das Leben von Louis. Sein Haus ist, gemessen an seinem Status und Ruhm und vermutlichen Einkommen, eher bescheiden. Stellenweise war mir unwohl, bei dem Gedanken durch private Räume einer Person zu gehen. Ob er es wohl gemocht hätte? Louis soll sich wohl nie viel aus Geld gemacht haben. Da sieht man mal wieder … Geld macht nicht glücklich, aber beruhigt.

Da wir müde sind, machen wir uns auf den Heimweg.
Für heute ist es genug.

More to come…

Tag 6 (Imagine … Central Park, Guggenheim, John und Brooklyn)

Wir machen uns auf den Weg zur 86th Straße und gehen quer durch den Central Park zur Fifth Avenue. Heute wollen wir uns das Guggenheim anschauen. Doch vorher gehen wir mal um den Block zur Madison Ave., zwecks Frühstück. Das Guggenheim ist schon ein beeindruckender Bau. Sowohl außen, als auch innen. In der Ausstellung ist aber fotografieren nicht erlaubt. Im ganzen Haus zeigt man zur Zeit Lee Ufan; ein Künstler aus Japan. Innen läuft man durch das Gebäude wie in einem Schneckenhaus; immer im Kreis.
Am besten haben mir immer noch die Werke von Kandinsky gefallen und der 100000 Dollar Room (100000 Dollar in 1 Dollar Scheinen auf die Wände getackert; ein ganzer Saal voll Geldscheine; das sieht aus wie eine Makroaufnahme von einem Schmetterlingsflügel) gefallen. Ufan ist mir irgendwie zu abgedreht. Da werden Dinge interpretiert, die ich eigentlich aus allem lesen kann.
Wem es gefällt… mir nicht. Vor dem Museum sind fliegende Händler mit Bildern. Heidi belagert alle :). Und wird fündig.
Weiter geht es durch den Central Park Richtung Downtown. Es ist Samstag und es macht den Eindruck, als würde jeder New Yorker heute joggen. Viele der „Sportfreaks“ sehen aber eher aus, als ob sie überfordert sind. Na ja, das Wetter macht das auch nicht gerade leicht. Nachdem wir einigen Musikern im Park gelauscht haben, erreichen wir unser nächstes Ziel im Park in Höhe der 74th Straße West.
Hier wurde John Lennon am 8. Dez. 1980 in New York auf der Straße vor seiner Wohnung am Dakota Building erschossen. Der Täter, hatte kurz zuvor noch eine LP von John signieren lassen. Dabei wurde ein Bild gemacht. Dies war das letzte Foto von John Lennon. Heute gibt es, ganz in der Nähe, im Central Park einen Bereich der „Strawberry Fields“ genannt wird. Dort ist die Gedenkstätte an den „Beatle“, zu der heute immer noch täglich tausende Menschen, aus aller Welt, pilgern. Wir auch …

Imagine… (Refrain)
You may say that I’m a dreamer
But I’m not the only one
I hope someday you’ll join us
And the world will live as one

Wir träumen immer noch, John … Rest In Peace … und … Ringo war heute auch da.
Ich hab ihn direkt erkannt. Und traurig war ich auch…

See the clip >>> Little Ringo <<<

Wir steigen in die Subway und fahren Downtown zur City Hall. Dort befindet sich auch der Aufgang zur Brooklyn Bridge. Mit uns wälzt sich eine große Menschenmenge über den East River. Von der Brücke hat man einen tollen Blick auf die Skyline von Manhattan und Brooklyn. Scheinbar wird aber auch diese Lokation genutzt, um andere Dinge zu tun. Ein junges Brautpaar feiert seine Anniversary, unter Beifall der Menge. Ach ja …
Wir kommen in Brooklyn an und tippeln weiter Richtung Brooklyn Height. Hier gefällt es mir deutlich besser, als in Manhattan. Alles ist ruhiger und irgendwie wohnlich. Nach einem Promenadengang suchen wir eine „Tankstelle“ für müde Wanderer auf, trinken ein Lager und machen uns dann auf den Heimweg.

Tag 5 (Nicht aufgeben, Weitermachen!)

Der Schock sitzt noch fest in uns drin.
Spät am Vormittag brechen wir auf. Richtung MOMA. Es regnet wie aus Kübeln und wir flüchten erst mal zum Frühstück. Dann zum Museum. Da wir Karten haben, können wir sofort in die Ausstellung. Eine Riesenschlange wartet, bei 95 Prozent Luftfeuchte, vor den Kassen… Man macht nichts und ist trotzdem Nass wie in der Sauna.
Aber wir können ja nicht immer Pech haben. Wir kommen direkt rein. Drinnen ist es trocken und klimatisiert.
Die Ausstellung ist einfach sehr beeindruckend. Ebenso die Lokation selber. Architektur vom Feinsten. Dann bin ich etwas irritiert. Viele Besucher fotografieren in der Ausstellung und kein Museumspersonal schreitet ein. Wir Fragen ganz vorsichtig, ob man Fotografieren darf und … JA ohne Blitz ist OK. Ich bin Hin und Weg  :). Da hängt alles an den Wänden, was in der Kunstwelt gut und teuer ist und ich kann davon Bilder machen. Und diese mache ich auch bis der Daumen weh tut. Weil ich dem Braten aber nicht traue, werde ich sie hier nicht hochladen. Das ist ja nicht der erste Copyrightfall…
Da mein Notebook weg ist und m.e. auch wohl weg bleiben wird und ich ja irgendwie Bilder speichern muss, kaufe ich nach dem Mittagsessen ein neues Notebook. Mit dem schreibe ich jetzt diese Zeilen. Hab ja, durch den Diebstahl, einiges nach zu holen.
More to come …

Tag 4 (From The Top To Little India … also so fast :))

Heute Morgen geht es zum Rockefeller Center. Bis jetzt haben wir nur die Bäume gesehen. Nun werfen wir einen Blick von Oben auf den ganzen Dschungel. Am Rockefeller Center nehmen wir aber erst mal ein Frühstück, auf der Plaza mitten zwischen den Wolkenkratzern. Wir kaufen unser Kombiticket für Top Of The Rock und Moma und fahren mit dem Expresslift nach oben.
Obwohl es am Morgen wieder mal recht feucht war, hat es mittlerweile aufgeklärt und es bietet sich uns ein schöner Rundblick über die Stadt. Vor lauter Fotografieren merke ich nicht, wie die Zeit vergeht. Nach sanftem Drängen von Heidi fahren wir wieder Richtung Erdboden.
Wir begeben uns zum Times Square um dort den 7 Train zu nehmen. Heidi hat nämlich gesagt. Irgendwo auf der Linie 7 nach Queens ist auch ein Indischer „Subkontinent“. Und den wollen wir heute besuchen. Aber welche Station ist die richtige? Shiva gebe uns Weisheit 🙂
In dem Zug sind einige Menschen, die für uns deutliche Wesenszüge der gesuchten Volksgruppe tragen. Also beschließen wir da auszusteigen, wo diejenigen den Zug verlassen. In Corona sind die „Verdächtigen“ dann aus dem Zug. Aber Corona ? Indien ?
Nee … Also fahren wir doch bis zur Endhaltestelle am La Guardia Airport. Aber nix India.
Also zurück … und in Corona raus. Eine Runde im Ort bringt uns auch nicht weiter… weiter zur nächsten Station. Ebenfalls kein Shiva und keine Menschen mit Punkt auf der Stirn. Langsam kommt der kleine Hunger am Abend. Also nach Jackson Heights und zum
Italiener. Ein Supersteak und eine tolle Pasta mit Rotwein bringen uns wieder ins Lot.
Am Nachbartisch sind zwei junge Frauen mit gutem Appetit. Wir kommen ins Gespräch und ich mach ein Bild von den beiden mit Heidi. Ich werde es ihnen zusenden, wenn wir wieder in Germanien sind. Von denen erfahren wir schließlich, dass Little India nur ein Block weiter nebenan liegt. Aber es ist schon dunkel und wir fahren in Richtung Bett.
Dort angekommen, mit guter Laune, kommt dann der absolute Tiefschlag!
Es wurde eingebrochen… in unserem Zimmer!!! Wohl über die Feuertreppe durchs Fenster. Das Notebook ist weg… mit allem Zubehör. Andere Sachen haben die wohl nicht angefasst. Nicht auszudenken, wenn das passiert wäre. Dann hätten wir wohl die Reise abbrechen können. Unsere Vermieter sind entsetzt; wir auch. Traumatisiert rufen wir die NYPD. Die rücken dann auch mit mehreren Trupps an. Fragen, Protokolle, Spurensicherung… das volle Programm. Aus Angst vor Datenklau, sperren wir sofort meine Kreditkarte und informieren, spät in der Nacht, die Bank in Germany.
Selbst am anderen Morgen sind wir noch wie vor den Kopf gehauen. Völlig kaputt geht es in den Schlaf.
More to come…

Tag 3 (Multikultur)

Ich habe gelesen, in New York City leben ca. 100 verschiedene Kulturen. Einen kleinen Teil davon wollen wir uns heute anschauen.
Wieder mit dem C Train nach Downtown bis zur Canal Street. Von dort durch TriBeCa Richtung Little Italy. Auf dem Weg dahin nehmen wir unser Frühstück im „Petit Cafe“ ein. Die Preise sind OK und das Angebot erste Klasse. Ein Stück Mittelmeer Feeling kommt auf. Kein Packungsmüll, ruhige Atmosphäre, gemischtes Publikum. Ein netter Start in den Tag. Die Gegend hier, hat wenige Wolkenkratzer. Die Straßen wirken Urban und wenig hektisch, wie doch sonst so oft in NYC.
Erstaunlich diese starken Unterschiede zwischen den Vierteln.
Weiter geht es im Tippelschritt nach „Klein-Italien“. Man merkt sofort, wo die Grenze verläuft. Die Nationalfarben der „Tricolore“ leuchten einem in allen Formen und Gegenständen entgegen. Die Mullberry Street ist voller Stände und Restaurants. Überall wird etwas angeboten. Hier feiert man gerade das San Genarro Festival. Überall gibt es leckere (italienische) Gerichte. Mein Magen pocht lautstark auf sein Recht :).
Wir gehen aber einfach weiter 🙁 . Einen ganzen „Kontinent“ weiter. Chinatown liegt doch nur wenige Blocks weiter Richtung Downtown.
Hier ist kein Festival, aber es wuselt an allen Ecken und Kanten. Ich habe den Eindruck, dass hier alles vorhanden ist, was irgendwie in China vorkommt. Selbst die Kräuterapotheken gibt es in allen Varianten. Die Auswahl in den Läden ist mit unseren „Daheim“ nicht zu vergleichen. Die Preise sind moderat. Im Gegensatz zu anderen Stadtteilen sieht man wenig Junkfood. Dafür eine große Auswahl an frischem Fleisch, Fisch und Gemüse und allerlei Essbaren, dass zum Teil undefinierbar ist und auch schon mal noch lebendig ist :). Das wissen wohl auch etliche andere „Nichtchinesen“, die hier zahlreich einkaufen. Heidi wird auch fündig. Das Joss Paper wird gleich mitgenommen.
An der nächsten Ecke sehen wir dann im Schaufenster eine Reihe „erhängter“ und „entkleideter“ Enten. Wir stehen vor einem Restaurant. Drinnen ist es gut besetzt und voller (chinesischer) Menschen, die es sich lautstark schnatternd schmecken lassen. Da ist es wieder … dieses Bellen von meinem Magen. Also jetzt hier rein oder doch nach Italien aufs Festival zu Mama Cucina? Die Ente hat letztlich dann doch gewonnen.
Man setzt uns an einen runden Tisch mit 2 jungen Mädels, denen es sichtbar gut schmeckt. Schlürfen und Knochen ausspucken gehört zu den guten Tischmanieren. Die Speisekarte ist lang. Unser Magen leer. Also was langes Aussuchen. Wir fragen unsere beiden Mädels, wie es denn so schmeckt und was sie da essen. Die sagen, es schmeckt hier alles wie bei „Mutti in Good Old China“. Wir bestellen also die gleiche Speisefolge. Der Kellner hatte aber wohl Mitleid mit uns und „baut“ das Ganze in drei Gänge um, incl. Messer und Gabel zu den Stäbchen. Das Ganze schmeckt hervorragend und deutlich anders, als beim „Chinesen“ Zuhause. Unser „perfekter“ Umgang mit Stäbchen und Besteck sorgt an den Nachbartischen für einen gewissen Unterhaltungswert. Ja ja … die Langnasen :). Alles haben wollen, aber dann Probleme beim „einsammeln“. Leider haben wir es nicht geschafft, die ganze Menge zu verdrücken. Es war einfach zu viel. Im Gegensatz zu gestern war der Preis fair. Nun, ein voller Bauch muss ruhen. Das machen wir dann in einem chinesischen Tempel an der Manhattan Bridge. Das ist im Inneren eine Mischung aus Shop, Museum und Glaube. Das liegt im Reich der Mitte wohl alles sehr eng beieinander. Wir drehen noch eine große Runde in China und wollen dann über Italien wieder weiter. Es ist 3 Uhr und unsere Füße haben den Gang jener Ente angenommen, die zuvor erhängt und vernascht wurde. Wir beschließen deshalb den nächsten Kontinent erst mal, aus dem Zug schauend, zu erkunden.
Wir entern den 7 Train am Times Square und fahren unter dem East River und dann auf der Aussichts-Trasse nach Queens. Es zieht ein Mix der Kulturen und Wohngegenden an uns vorbei. Da uns der Mut zum Laufen doch wieder etwas ereilt hat, steigen wir in Jackson Heights aus und erreichen „Hispaniolisches Hoheitsgebiet“.
Schon im Zug war der Trend zu dieser Bevölkerungsgruppe sichtbar. Bei einem Rundgang erleben wir ein Mix von Menschen deren Nationalität verschieden, deren gemeinsame Sprache aber Spanisch ist. Buntes urbanes Leben. Friedlich zusammen, entspannt. Für mich deutlich angenehmer als mancher Stadtteil in Manhattan. Queens liegt seit einigen Jahren im Trend, habe ich gelesen.
Wir nehmen einen Café und ein Limonen Eis beim Italiener mit spanischem Migrationshintergrund und fahren dann zurück bis zur Grand Central Station. Ja das ist aber mal ein Bahnhof. In jeder Hinsicht bemerkenswert. Man sieht die große Vergangenheit, die dieses Gebäude durch und erlebt hat.
So … jetzt ist aber genug für heute. Am Bahnhof spielt ein „karibischer New Yorker“ mit der Steeldrum „Englishman in New York“ und erhält Applaus von allen Seiten. Sind wir nicht alle irgendwie Aliens in New York…? 🙂 Mit dem C Train geht es wieder nach (Black)Harlem und im Regen schnell Richtung Bett.
Ein Tag voller Eindrücke aus dem Völkercocktail New York City.
More to come …

From Cologne to Anywhere